Das Dilemma mit der Werkstatt

http://www.kobinet-nachrichten.org/de/1/kolumne/34447/%E2%80%9E%E2%80%A6halten-weder-Ochs-noch-Esel-auf!%E2%80%9C–%E2%80%93-oder-Die-Sache-mit-der-Selbstwahrnehmung.htm

Auf der Homepage der Bundesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten (BAG WfbM) las sich Mitte August die Ankündigung wie folgt: „Vom 20. bis 22. September 2016 werden in Chemnitz rund 2.000 Fachleute, viele von ihnen selbst Menschen mit einem Behinderung, über notwendige Entwicklungen und Herausforderungen der Inklusion diskutieren.“ (Ja, da stand tatsächlich „mit einem Behinderung“! Denkbar ist, dass zunächst die etwas freundlichere Formulierung „Handicap“ gewählt und dann wieder verworfen wurde, weil es sich ja um „Werkstätten für behinderte Menschen“ und nicht um „Werkstätten für Menschen mit einem Handicap“ handelt…)

Da steht uns also eine Veranstaltung ins Haus, in der 2.000 Fachleute über notwendige Entwicklungen und Herausforderungen der Inklusion diskutieren werden.

Und wir stellen uns die Frage: Wer oder was ist „Inklusion“, dass sie es schafft, 2.000 Fachleute herauszufordern?

„Aktion Mensch“ die ja auch Werkstätten für behinderte Menschen unterstützt, erklärt den Herausforderer der Werkstätten wie folgt:

„Inklusion heißt wörtlich übersetzt Zugehörigkeit, also das Gegenteil von Ausgrenzung. Wenn jeder Mensch – mit oder ohne Behinderung – überall dabei sein kann, in der Schule, am Arbeitsplatz, im Wohnviertel, in der Freizeit, dann ist das gelungene Inklusion…“

Ich kann nun wirklich nichts dafür, dass sich 2.000 Fachleute aus Werkstätten für Behinderte von dem „Gegenteil von Ausgrenzung“ herausgefordert fühlen. Auch dass „jeder Mensch überall dabei sein kann“ ist nicht unbedingt etwas, was auf den ersten Blick vermuten lässt, dass es geeignet ist, eine solch große Zahl von Fachleuten zu provozieren. (Anm.: “provocare“ kommt aus dem lateinischen und bedeutet „hervorrufen“, „herausfordern“)

Vermutlich dürfte dem Veranstalter Ausgrenzung bekannt und vertraut sein, denn es ist ja nicht Ausgrenzung die als Herausforderung wahrgenommen wird, sondern es ist das Gegenteil von Ausgrenzung, das als Provokation empfunden wird…(…)

Inklusionsbotschafter.Logo

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