Wenn Ostereier tiefer fliegen…

http://www.kobinet-nachrichten.org/de/1/kolumne/35762/Mensch-gib-Acht.htm

…Da staunte man nicht schlecht: Gemeinsam Seit an Seit Ziele beschreiben, gemeinsam denken, handeln und umsetzen sei durch den SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz überragend dokumentiert worden, verkündete der Bundesvorsitzende der „Arbeitsgemeinschaft Selbst Aktiv – Menschen mit Behinderungen in der SPD„, Karl Finke. „In seiner Rede, die vom sozialen Zusammenhalt und Gerechtigkeit geprägt war, waren auch Aussagen zur Bedeutung ehrenamtlichen Einsatzes für beeinträchtigte Menschen enthalten.“ Wie konnten wir undankbaren Behinderten das bloß übersehen?

O Mensch! Gib Acht! Was spricht die tiefe Mitternacht?„, dichtete Friedrich Nietzsche in seinem Nachtwandler-Lied.

Wo Martin Schulz drauf steht – ist 100 Prozent SPD drin, auch das Ziel der Inklusion„, verkündete am 23. März die Propagandaabteilung der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Komisch. Das haben wir garnicht gemerkt. Haben wir vielleicht geschlafen? …

Zusammen mit der Bundesteilhabeverhinderin Andrea Nahles rühmt er sich(Martin Schutz, D.V.) für die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns von derzeit gerade einmal schlappen 8,84 Euro. Da fragte sich gestern die WDR-Korrespondentin Charlotte Gnändiger öffentlich auf tagesschau.de: „Mit 1,50 Euro pro Stunde sind viele Behinderte, die in Behindertenwerkstätten arbeiten, meilenweit vom Mindestlohn entfernt. Obwohl viele eine ganze normale Fünf-Tage-Arbeitswoche haben. Warum ist das so?

Dabei gebe es in Behindertenwerkstätten viele Mitarbeiter, deren Beschäftigungsumfang durchaus mit dem klassischer Arbeitnehmer vergleichbar sei: „Sie haben eine Fünf-Tage-Woche mit bis zu 39 Stunden. Finanziell gleichgestellt sind sie trotzdem nicht“, ergab die Recherche der Journalistin. Zitiert wird der Referent beim Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen Reinhard Jankuhn: „Die Bezahlung ist nicht fair und in vielen Fällen der Leistung auch überhaupt nicht angemessen. Wir fordern eine Entlohnung, die so bemessen ist, dass sie ein selbstständiges Leben ohne andere Zuwendungen ermöglicht.“ Zu viele Behinderte seien trotz ihrer Arbeit auf Sozialhilfe angewiesen.

In ca. 700 solcher sogenannten Behindertenwerkstätten arbeiten in Deutschland rund 300.000 behinderte Menschen. Seitens der Werkstätten heißt es, „man engagiere sich für die berufliche Aus- und Weiterbildung der behinderten Mitarbeiter, unterstütze sie bei der Suche nach Praktika oder nach ‚betriebsintegrierten‘ Arbeitsplätzen – oder auch bei der Vermittlung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt.“

Dazu Ernst Jandl

„lichtung

manche meinen
lechts und rinks
kann man nicht velwechsern
werch ein illtum“
(Ernst Jandl)

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