Brauchen wir Änderungen im Grundgesetz?

…ich bin doch kein Rassist…

(…)Wir erleben tagtäglich Alltagsrassismus, überall dort, wo Menschen sich begegnen. Auf den Straßen, in der Berufswelt, beim Behördengang, sogar binationale Familien haben es schwer, denn viele Eltern halten sich von ihren Kindern fern, weil diese sich eine Partnerin aus einem anderen Kulturkreis ausgesucht haben. Nach 65 Jahren Migration ist es immer noch für viele Eltern nicht selbstverständlich, dass ihre Kinder eine Partnerin heiraten, die anders aussieht oder andere kulturelle Hintergründe hat.

Die Debatte über Rassismus ist bei uns nicht neu. Über den Begriff Rassismus wird seit langem viel mehr in wissenschaftlichen Diskursen diskutiert als in politischen Kreisen. Dabei sollen wir unbedingt darauf achten, dass die individuellen Handlungen der Einzelnen nicht auf die gesamte Gesellschaft übertragen werden können. Bei all diesen Diskussionen ist es das größte Problem, dass viele Bürgerinnen mit den Begriffen nicht umgehen können oder sie nicht verstehen, wenn es um deren Inhalte geht. Man kann im Alltag gegenüber anderen Menschen starke Vorbehalte und Vorurteile haben, sie aufgrund ihrer äußeren Merkmale, Sprache oder Glaube – was häufig bei der Wohnungssuche geschieht – ausgrenzen, dennoch sich nicht als rassistisch sehen. Bei einer Kritik wäscht man sich rein: „Ich bin doch kein Rassist!“

Rassismus ist eine ideologische Gesinnung, die von ihn praktizierenden Gruppen als Grundlage genommen wird. Sie definieren Menschen sowohl nach ihren äußerlichen Merkmalen als auch nach deren kulturellem Hintergrund und bezeichnen dies als „Abstammung“, um sich selber als überlegene „Rasse“ zu sehen. Nach dieser Auffassung ist Abgrenzung und Diskriminierung der Menschen mit anderen kulturellen Hintergründen eine Normalität.

Die rassistischen Gruppen nehmen die Merkmale Hautfarbe, Sprache, Aussehen, Lebensstil sowie kulturelle und soziale Angehörigkeit zu einem sozialen Milieu als ideologische Orientierung für ihre Abgrenzungsstrategie. Dabei wird das Menschsein außer Acht gelassen. Der Faktor Menschsein gilt für die Rassisten nicht. Sie sehen sich von der Geburt an als höherwertig und der überlegenen Rasse zugehörig. Diese festgelegte Haltung erlaubt, alle anderen Menschen als unterwertig oder minderwertig zu sehen. Nach dieser Rassentheorie ist die Diskriminierung und Abstufung der Menschen mit anderem kulturellen Hintergrund legitim.
Rassisten versuchen, dazu auch wissenschaftliche Argumente zu liefern, um ihre menschenverachtende Haltung zu rechtfertigen, obwohl diese Haltung den Menschenrechten und der Menschenwürde widerspricht. (:::)

Quelle https://migrapolis-deutschland.de/2020/06/25/die-debatte-um-den-begriff-rasse-im-grundgesetz/

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